Langlebige Spurenstoffe wie PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) und Bisphenol A (BPA) stellen eine wachsende Herausforderung für die Wasserwirtschaft dar. Sie gelangen über industrielle Prozesse, Konsumprodukte und Abwässer in die Umwelt und können dort über lange Zeiträume verbleiben.
Gleichzeitig verschärfen neue gesetzliche Vorgaben die Anforderungen an die Trinkwasseraufbereitung und die Abwasserbehandlung. Viele bestehende Verfahren sind nur eingeschränkt geeignet, diese Stoffe effizient und wirtschaftlich zu entfernen.

Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines neuartigen Systems zur Entfernung langlebiger Spurenstoffe aus Wasser. Im Mittelpunkt steht die Kombination eines innovativen Filtermaterials mit einem flexibel einsetzbaren Reaktorsystem. Dadurch sollen PFAS, BPA und weitere Schadstoffe effizienter entfernt werden können als mit herkömmlichen Verfahren.
Anwendungsfelder
- Grundwassersanierung: Entfernung von Spurenstoffen aus belastetem Grundwasser
- Trinkwasseraufbereitung: Entfernung von PFAS und BPA in der Rohwasseraufbereitung
- Kläranlagen: Integration als vierte Reinigungsstufe zur effektiveren Schadstoffentfernung
Projektdaten
Projektzeitraum: 01.01.26-31.12.29
Ansprechpartner: Dr.-Ing. Aron Kneer, Tinnit Technologies GmbH
Fördergeber: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)
Technologischer Ansatz
AquaSan nutzt dreidimensionale technische Textilien, sogenannte Abstandsgewirke. Diese Textilien werden mit einer dünnen Schicht aus Aktivkohle-Mikro- oder Nanopartikeln funktionalisiert. Dadurch entsteht eine besonders große aktive Oberfläche, an der Schadstoffe aus dem Wasser gebunden werden können.
Die offene textile Struktur ermöglicht gleichzeitig eine gute Durchströmung des Wassers.
Entwicklung eines modularen Reaktorsystems
Auf Basis der funktionalisierten Textilien wird ein modulares Reaktorsystem entwickelt.
Das System soll:
- flexibel an unterschiedliche Anwendungen angepasst werden können
- hohe Reinigungsleistungen erzielen
- einfach erweitert oder skaliert werden können
- wirtschaftlich betrieben werden können
Vorteile des textilen Adsorbersystems
- große Oberfläche für eine effektive Schadstoffaufnahme
- geringer Druckverlust bei der Wasserfiltration
- flexible Formgebung und einfache Integration in technische Anlagen
- hohe Regenerierbarkeit und Wiederverwendbarkeit
- gute Skalierbarkeit für unterschiedliche Anlagengrößen
- reduziertes Risiko biologischer Ablagerungen (Biofouling)
Erprobung unter Realbedingungen
Die entwickelten Demonstratoren werden an ausgewählten Praxisstandorten installiert und getestet.
Die Erprobung unter realen Bedingungen ermöglicht die Bewertung von:
- Reinigungsleistung
- Betriebssicherheit
- Wirtschaftlichkeit
- Wartungsaufwand
- Langzeitverhalten
Dadurch wird die Praxistauglichkeit des Systems nachgewiesen und die Grundlage für eine spätere Anwendung in der Wasserwirtschaft geschaffen.