[:de]

Gesundheitsrisiken durch PFAS und BPA

PFAS und BPA sind aufgrund ihrer Toxizität und Bioakkumulation gesundheitlich bedenklich. PFAS reichern sich im Körper an und können das Immunsystem schwächen, hormonelle Störungen verursachen, die Leberfunktion beeinträchtigen und das Risiko für Krebserkrankungen erhöhen. BPA steht im Verdacht, hormonelle Störungen und Immunschwächung zu verursachen sowie das Krebsrisiko zu erhöhen. Beide Stoffe sind besonders für Kinder und Schwangere problematisch, da sie die Entwicklung beeinträchtigen können. Die Anreicherung dieser Stoffe in der Umwelt und im menschlichen Körper macht sie zu einer erheblichen Gesundheitsgefahr, die durch die aktuellen gesetzlichen Regelungen adressiert wird. Dennoch bleibt die effektive Entfernung dieser Stoffe aus dem Wasser eine Herausforderung, da herkömmliche Reinigungsverfahren oft nicht ausreichen.

Gesetzliche Vorgaben für PFAS und BPA

Gesetzliche Vorgaben für PFAS und BPA Die Europäische Union hat mit der Richtlinie 2020/2184 und deren Umsetzung in der deutschen Trinkwasserverordnung (TrinkwV) seit 2023 verbindliche Grenzwerte für PFAS im Trinkwasser eingeführt. Für die Summe von 20 PFAS-Verbindungen (PFAS-20) gilt ein Grenzwert von 0,1 μg/L (100 ng/L). Ab 2028 wird dieser Wert für eine Untergruppe von vier PFAS (PFAS-4) auf 0,02 μg/L (20 ng/L) verschärft. Diese Grenzwerte sind für alle EU- Mitgliedstaaten verpflichtend und werden systematisch überwacht. Die EU hat zudem bestimmte PFAS als Stoffe von sehr hoher Besorgnis (SVHC) unter REACH klassifiziert und deren Verwendung stark eingeschränkt, um die Umweltbelastung langfristig zu reduzieren. Für Bisphenol A (BPA) gelten ebenfalls strenge Regelungen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat die tolerierbare tägliche Aufnahme von BPA auf 4 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag gesenkt. Die Verordnung (EU) 2024/3190 verbietet die Verwendung von BPA in Lebensmittelkontaktmaterialien ab 2025 und setzt den Migrationsgrenzwert auf 0,05 mg/kg Lebensmittel fest. Im Trinkwasser gilt ein Grenzwert von 0,1 μg/L für BPA.

Verbreitung und Umweltbelastung

PFAS und BPA sind in vielen industriellen und konsumnahen Produkten enthalten und gelangen über Abwässer, Deponien und atmosphärische Deposition in die Umwelt. PFAS sind besonders problematisch, da sie extrem stabil sind und sich in Böden, Gewässern und Grundwasser anreichern. Sie werden auch als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet, weil sie sich kaum zersetzen. BPA ist ebenfalls weit verbreitet und kann sich in der Umwelt und im Körper anreichern. In Deutschland sind besonders Gebiete in der Nähe militärischer Einrichtungen, Flughäfen und Industrieanlagen belastet, da dort PFAS-haltige Löschschäume und Industrieabwässer eingesetzt wurden. Die Belastung des Grundwassers und der Oberflächengewässer stellt ein erhebliches Umweltproblem dar, das die Trinkwasserversorgung gefährden kann.

Herausforderungen bei der Entfernung

Herkömmliche Kläranlagen sind für die Entfernung von PFAS und BPA nur bedingt geeignet. Die Stoffe können nur teilweise durch Aktivkohlefilter oder biologische Reinigungsstufen zurückgehalten werden. Besonders problematisch sind Abbauprodukte wie Trifluoracetat (TFA), die von herkömmlichen Filtern nicht erfasst werden und ins Grundwasser gelangen. Moderne Technologien wie Umkehrosmose, Elektro-Adsorption oder spezielle Ionenaustauscherharze zeigen bessere Ergebnisse, sind jedoch oft kostenintensiv und energieaufwendig. Die Entwicklung neuer, effizienterer und nachhaltigerer Filtermaterialien und Reaktorsysteme ist daher dringend notwendig, um die Wasserqualität langfristig zu sichern.

[:]